Berichte


Konferenz der Großstadtjugendringe vom 27.03. – 29.03.09

Dokumentation der Konferenz der Großstadtjugendringe in Bochum vom 27. bis 29.März 2009 zum Thema "Kinderarmut"
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Vom 27.03. bis zum 29.03.09 haben sich die Großstadtjugendringe erstmals zur Frühjahrskonferenz in Bochum getroffen und der Kinder- und Jugendring Bochum war für die Durchführung und Organisation der Konferenz verantwortlich. In der Arbeitsgemeinschaft der Großstadtjugendringe sind seit 1980 die Jugendringe der Großstädte mit mehr als 300.000 Einwohnern und die Jugendringe der Landeshauptstädte organisiert. Zur Bochumer Konferenz sind über 50 Vertreter aus 26 Großstadtjugendringen und Vertreter vom Landesjugendring NRW und vom Bundesjugendring zusammen gekommen. „Armut von Kindern, Jugendlichen und Familien und ihre Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendarbeit“ war zentrales Thema der Konferenz.

Armut von Kindern, Jugendlichen und Familien ist ein Massenphänomen, das seit vielen Jahren auf der Tagesordnung von Politik und Kinder- und Jugendarbeit steht. Die Problemlagen haben sich jedoch nicht geändert und Kinder und Jugendliche sind für Familien ein zusätzliches Armutsrisiko. Armut in Familien findet häufig verdeckt statt. Die Folgen für betroffene Kinder und Jugendliche sind jedoch dramatisch und mindern ihre Lebensqualität und ihre Zukunftschancen erheblich.

Armut wird oftmals über verschiedene Generationen vererbt. Kinder und Jugendliche, die in Armut und Unsicherheit aufwachsen, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ihrerseits arme Eltern. Nur durch eine Verringerung der Armut von Familien und Alleinerziehenden kann die soziale Erbfolge der Armut unterbrochen werden.

Ursächlich für die Armut von Familien sind die Aushöhlung von Normalarbeitsverhältnissen, die Auflösung von Familienstrukturen und der Abbau von sozialen Leistungen. Gegenstra-tegien zur Vermeidung von Armut müssen hier ansetzen und sozialpolitische und pädagogische Elemente beinhalten.

Arbeitslosigkeit zieht oftmals einen sozialen Abstieg für die Betroffenen und ihre Familien mit sich. Dies gilt besonders dann, wenn es sich um Alleinverdiener oder Alleinerziehende handelt. Eine aktive Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik kann Armut verhindern. Massen-arbeitslosigkeit kann durch eine Umverteilung von Arbeit durch eine Verkürzung der Wochen- und Lebensarbeitszeit und durch die Schaffung eines öffentlich geförderten Dienstleistungs-sektors verringert werden. Mit der Einführung von flächendeckenden Mindestlöhnen kann verhindert werden, dass Arbeitnehmer und ihre Familien trotz einer (Voll)beschäftigung arm sind. Die Bedeutung von Sozialpolitik muss wieder stärker in den Vordergrund gerückt und allgemeine Lebensrisiken müssen durch den Ausbau von sozialen Auffangnetzen gemindert werden.

Die Arbeitsgemeinschaft der Großstadtjugendringe fordert, dass schwerpunktmäßig all jene Kinder und Familien gefördert werden, die aufgrund ihrer strukturellen Benachteiligung keine optimalen Entwicklungsmöglichkeiten haben. Da sich die politischen Forderungen zur Vermeidung von Armut in Familien nicht kurzfristig umsetzen lassen, muss die Kinder- und Jugendarbeit arme Kinder, Jugendliche und Familien besonders in den Blick nehmen und spezifische Angebote für diese Zielgruppe entwickeln. Besondere Angebote können die Ausgabe und Zubereitung von gesundem Mittagessen und Betreuungsangebote nach der Schule sein. Notwendig sind auch Hausaufgabenhilfen und Angebote der Sprachförderung, um Bildungs- und Berufschancen zu verbessern. Wichtig sind ebenso die Beratung und die Unterstützung der Eltern in einkommensschwachen Familien, die häufig gleichzeitig mit unterschiedlichen Problemlagen konfrontiert und dadurch überfordert sind.

Verschiedene Großstadtjugendringe (Chemnitz, Dresden, Mannheim) haben Ferien-patenschaftsprojekte auf den Weg gebracht, um Kindern und Jugendlichen aus einkommens-schwachen Familien die Beteiligung an Ferienfreizeiten zu ermöglichen. Mit Hilfe des Ferienpatenschaftsprojekts werden Spenden eingeworben, mit denen Teilnehmerbeiträge von Kindern und Jugendlichen finanziert werden sollen. Der Kinder- und Jugendring Bochum plant für 2010 ein Ferienpatenschaftsprojekt für bedürftige Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen.



Großstadtjugendringe auf dem 13. Deutschen
Kinder- und Jugendhilfetag 18.06. - 20.06.08 in Essen


Der gemeinsame Auftritt der Großstadtjugendringe beim Kinder- und Jugendhilfetag in Essen fand großen Zuspruch. Die sehr informativ und optisch sehr ansehnliche Präsentation der Jugendringe wurde vom interessierten Fachpublikum intensiv wahrgenommen. Der Stand der Jugendringe bot als eine gute Kontaktbörse Möglichkeiten zum Austausch und für Gespräche über die Jugendringarbeit.

Das Publikum am Stand der Großstadtjugendringe

Die verschiedenen Jugendringe präsentierten sich mit ihren unterschiedlichen Schwerpunktaufgaben. Durch die Vorstellung exemplarischer Maßnahmen wurde auf die Vielfalt von Beteiligung, Bildung und Freizeitgestaltung in Jugendringen hingewiesen.

Das Motto des 13. DJHT "Gerechtes Aufwachsen ermöglichen!" machte die große Anforderung an unsere Gesellschaft deutlich.

Kinder und Jugendliche brauchen erhebliche Anstrengungen vieler Beteiligter, um ihnen ein gutes und gerechtes Aufwachsen in eine sich immer schneller wandelnde Welt zu ermöglichen. Ziel muss es dabei sein, allen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich zu eigenverantwortlichen, kompetenten und verantwortungsbewussten Mitgliedern der Gesellschaft zu entwickeln. Aufwachsen ist und Lebenschancen sind abhängig von sozialen, kulturellen und nicht zuletzt ökonomischen Bedingungen.

  • Gerechtes Aufwachsen erfordert Unterstützung und Entlastung für Eltern, die nach wie vor die größten Leistungen für ihre Kinder erbringen

  • Gerechtes Aufwachsen erfordert eine Politik, die Armut und Ausgrenzung von jungen Menschen entgegen arbeitet und Teilhabechancen eröffnet

  • Gerechtes Aufwachsen erfordert ein kinderfreundliches Gemeinwesen und eine aktive Kinder- und Jugendhilfepolitik, die vor Ort Beachtung findet

  • Gerechtes Aufwachsen erfordert eine Reflexion der Geschlechterrollen und die Berücksichtigung der Genderprinzipien

  • Gerechtes Aufwachsen erfordert Bildung, Integration und Teilhabe


  • Der Stand der Großstadtjugendringe Die Großstadtjugendringe präsentieren ein grosse Vielfalt Die Großstadtjugendringe informieren gemeinsam