Ringtagung 2011 Düsseldorf

„Wir stürmen die Burg Schule“
Bildung ist mehr als Schule

Konferenz der Großstadtjugendringe vom 01. – 03. April 2011 in  Düsseldorf.
Die Diskussion um die Bildung von Kindern und Jugendlichen ist in vollem
Gang. Nach Pisa-Schock und anderen internationalen Vergleichen, der
fast flächendeckenden Einführung von G8 wird nun um einen verstärkten
Einstieg in einen Ganztagsschulbetrieb gerungen.
Die Diskussionen um Kooperationsformen zwischen den Jugendverbänden und Schulen gibt es nun schon mehr als ein Jahrzehnt. In vielen Bundesländern gab es und gibt es verschiedene Modellkooperationen, die von den Kooperationspartnern unterschiedlich bewertet werden. Jugendverbände und Jugendringe versuchen im
Augenblick Antworten auf die Veränderungen der lokalen Bildungslandschaften zu finden. Kinder und Jugendliche haben durch G8, Ganztagsschule und gestiegene Bildungsanforderungen ein geringeres Zeitbudget, Studierende als ehrenamtliche Mitarbeitende in den Jugendverbänden können sich durch Bachelor-Studiengänge und Studiengebühren immer schwieriger in den Verbänden engagieren.
Die Jugendverbände und Jugendringe stehen vor einer Entscheidungsfindung. Gibt es Kooperationsmöglichkeiten für die Jugendverbände mit dem System Schule oder stehen die Prinzipien Freiwilligkeit und Selbstorganisation einer Kooperation grundsätzlich im Weg.

Ergebnis

Aufgabenstellung:

  • Was müssen wir als jugendpolitische Forderung an die zukünftigen Bildungslandschaften formulieren?
  • Welche Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit von Jugendverbandsarbeit und Schule sehen wir?

a) Wir gehen davon aus, was Kinder und Jugendliche notwendig brauchen. Das Kind steht im Mittelpunkt, nicht eine Bildungsinstitution, oder die beteiligten Bildungspartner.

b) Jugendverbände bringen als Bildungspartner ihre spezifischen Stärken ein. Dazu zählen wir Freiwilligkeitsprinzip, Identifikation, Partizipation, Sozialkompetenzentwicklung, forschende und eigenverantwortete Bildung, …

Forderungen:

  • Bildungslandschaften müssen dezentral und von verschiedenen Bildungspartnern gemeinsam und in Interaktion gestaltet werden.
  • Die Sicherstellung angemessener räumlicher, materieller und personeller Ressourcen sind Voraussetzungen für die erfolgreiche Gestaltung einer Bildungslandschaft und einzelner Partnerschaftskonzepte.
  • Schule als Bildungsort braucht Freiräume und Rückzugsräume.
  • Träger stellen eine ganzheitliche Pädagogik am Bildungsort sicher. Ihre Angebote müssen sowohl innerhalb als auch außerhalb von Schule ahrgenommen werden können.
  • Die Dauer von formaler Bildungszeit muss orientiert werden an einem Ausbleiben von Überforderung und Freiräume bieten für nonformale Bildungszeit.
  • Ganztagsschulen müssen auf ein Ende um 16 Uhr begrenzt sein.
  • In Rahmenkonzepten muss sicher gestellt werden, dass ehrenamtliche Jugendleiter frei gestellt werden, auch für Tätigkeiten an anderen Schulen, als der eigenen.
  • Die Weisungsbefugnis für den Ganztagsbereich müssen beim betreffenden Bildungspartner liegen.
  • Bei der Auswahl des kooperierenden Trägers für den offenen Ganztag muss ein Vorrang bei lokal verankerten Trägern liegen.
  • Eine kriterienorientierte, standardisierte Evaluation soll sichergestellt werden.
  • Es braucht unabdingbar Planungs- und Handlungssicherheit für alle Bildungspartner über mehrjährige Vereinbarungen mit Kündigungsfristen.

Jugendverbänden muss die Möglichkeit gegeben werden ihre spezifischen Stärken in die Bildungslandschaften einzubringen.

Kommentieren

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.